Donnerstag, 26. Juli 2012

Die Feste Burgdorf

Die Sankt-Pankratius-Kirche in Burgdorf. Foto: Tjaden














Kennt keine Freikarten der Jazzfreunde Altkreis Burgdorf

»...bei der Anmeldung im Bürgerbüro wird den Neubürgern eine Begrüßungsmappe mit unterschiedlichen (Informations-) Materialen ausgehändigt. Der Inhalt der Begrüßungsmappe ist abhängig von den der Stadt vorliegenden Broschüren und daher variabel. Informationsmaterial von Vereinen wird den Mappen grundsätzlich nicht beigefügt. Eine Ausnahme bilden Materialen des Stadtmarketing Burgdorf e. V. und des VVV. Diese Praxis wird auch zukünftig beibehalten...«

Schreibt dieser Tage Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) an Paul Rohde, Vorsitzender der Jazzfreunde Altkreis Burgdorf. "Diese Praxis wird auch zukünftig beibehalten" ist typisch für diese Kleinstadt bei Hannover. Gepflegt werden zudem Feindschaften auch auf dem Dienstwege. Deshalb sollen alle, die nach Burgdorf ziehen, keinesfalls die von den Jazzfreunden der Stadt angebotenen Freikarten für ein Konzert nach Wahl bekommen.

Das kulturelle Angebot in Burgdorf ist für eine Stadt mit 30 000 Einwohnerinnen und Einwohnern erstaunlich groß. Die meisten Veranstaltungen organisiert der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV). Das hat sich bewährt - doch Jazz ist ein Markenzeichen von Hannover, der Jazz-Club am Lindener Berg weithin bekannt, die Jazzfreunde Altkreis Burgdorf  swingen vor den Toren der niedersächsischen Landeshauptstadt. Das sollen alle, die nach Burgdorf ziehen, aber nicht schon aus der Begrüßungsmappe erfahren?

Vor langer Zeit hat der NDR einen Bürgermeister auf die Hochbrücke gestellt, die in diese Kleinstadt führt. Von dort aus gut sichtbar ist der Turm der Sankt-Pankratius-Kirche. Der Beitrag begann mit der Einstellung Bürgermeister und dahinter Kirchturm und mit dem Satz: "Wir zeigen Ihnen nun ein Beispiel für Kirchturmpolitik."

Alfred Baxmann und der ehemalige CDU-Ratsherr Paul Rohde sind sich spinnefeind. Dafür gibt es viele Gründe. Doch ein Bürgermeister sollte Privates und für die Stadt Gutes auseinanderhalten können...Wenn nicht, sollte er vom NDR ebenfalls auf die Hochbrücke gestellt werden.

Buchtipp: Redaktionelle Geschichten auch aus dieser Kleinstadt

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