Samstag, 8. September 2012

Bettina la Douce

Wie oft sind Kai Diekmann und Hans Leyendecker demnächst im Bordell "Artemis"?

Sicherlich treiben es die Medien demnächst nicht noch wilder und erzählen uns, dass sich Christian Wulff (leider nicht mehr besetzbar mit Jack Lemmon) seine niedersächsischen Ministerpräsidenten-Hacken abgelaufen habe, um seine Bettina (nicht mehr besetzbar mit Shirley MacLaine) aus dem Rotlicht-Milieu des Berliner Bordells "Artemis" zu befreien. Eine Bettina la Douce werden sie aus der Frau des Ex-Bundespräsidenten nicht auch noch machen wollen. Außerdem sind "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und Hans Leyendecker, laut "Bild" von heute "Starreporter" der "Süddeutschen Zeitung", längst nicht so brillant wie Billy Wilder.

Brillant ist aber auch Bettina Wulff nicht. Angeblich weiß sie seit langer Zeit von dem Gerücht, sie habe als Prostituierte gearbeitet. Niedersächsische CDU-Neider sollen diese Behauptung gestreut haben. Als Gattin des Bundespräsidenten Christian Wulff habe sie sich nicht wehren wollen. Deswegen mache sie das erst jetzt - kurz vor dem Erscheinen ihres Buches? Das wäre ein misslungener PR-Gag.

Sie hätte sich ausrechnen können, dass sich Diekmann und Leyendecker wieder die Bälle zuwerfen. Haben sie doch auch nach dem aufgezeichneten Anruf ihres Mannes beim "Bild"-Chefredakteur gemacht. Diekmann durfte das Gespräch nicht veröffentlichen, also spielte er den Inhalt der "Süddeutschen Zeitung" zu. Leyendecker analysierte den Anruf, ohne aus dem Gespräch zu zitieren.

Der von Bettina Wulff verklagte Günther Jauch hat sich inzwischen reumütig gezeigt, google wehrt sich, weil das Unternehmen nichts dafür könne, wenn der Suchbegriff "Bettina Wulff" mit Zusätzen wie "Prostituierte" oder "Artemis" versehen werde. Das liege am Suchverhalten der Nutzer. Was zutreffend ist. Aktuell bleibt die Schmierenkomödie auch, weil nun viele wissen wollen, wer denn die CDU-Leute gewesen sein könnten, die so etwas über Bettina Wulff erzählt haben sollen.

"Bild" weiß das möglicherweise schon, Leyendecker ist aber noch nicht informiert worden. Der lauert nun auf die nächsten Happen, die sich die Leserinnen und Leser von unseriösen Blättern wie "Bild" und "Süddeutsche Zeitung" auf der Hechel-Zunge zergehen lassen.

Die für Spießer reizvolle Mischung stimmt: Bettina Wulff ein wenig anrüchig, ihr Mann möglicherweise versessen auf Rache an CDU-Leuten, die schlecht über seine Frau geredet und sogar behauptet haben sollen, da sei ein älterer Mann auf ein lebenslustiges Mädel hereingefallen. Ein paar missgünstige Neidhammel als Drahtzieher machen sich immer gut, wenn das Niveau von so genannten "Starreportern" nicht einmal mehr dafür reicht, sich selbst eine schöne Frau zu suchen.

Gut ist das alles für "Artemis". Der Bordell-Chef hat sich 2005 in einem Gespräch mit der "Berliner Zeitung" darüber beklagt, dass die Geschäfte nicht so gut laufen wie erhofft. Berlin sei offenbar noch nicht so weit. Aber jetzt...Vielleicht trifft man da nun auch Diekmann und Leyendecker. Die würden dort aber lediglich recherchieren - was ihre Journalistenpflicht ist...

Bald neue Enthüllungen?









1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

ein toller beitrag :-) das ist doch eine pr-kampagne für das buch gewesen...