Sonntag, 16. September 2012

Das Liga-Orakel (VI)

Der Joseph aus der Schweiz hat was in der Birne

Der Joseph hat sich in den vergangenen 2 000 Jahren schon so einiges ausgedacht. Finde ich als Jagdterrier, der bisher sechs Bundesligaspiele orakelt hat und immer richtig lag, alles klasse. Erst ist der Joseph in Bethlehem Vater geworden, ohne sich allzu sehr aus dem Zeug legen zu müssen, dann zog er in die Schweiz um und erfand den Rütli-Schwur, mit dem er einem Kind einen Apfel vom Kopf holte, bis die Eidgenossen endlich eine Fußballmannschaft zusammen hatten. Seitdem hat es der Joseph auch in der Birne.

Die leuchtete gestern wie der Stern von Bethlehem über der AWD-Arena in Hannover. Besonders hell wurde sie in der 92. Minute, als Huszti das 3 : 2 für Hannover 96 erzielt hatte. Dafür wurde der Torschütze vom Platz gestellt. Denn Huszti freute sich über sein Last-minute-Tor, wofür sich der Joseph Regeln ausgedacht hat. An die hielt sich der Szabolis nicht, als er erst sein Trikot abstreifte, dann auch noch zu den Fans lief und auf den Zaun kletterte.

So weit ist der Joseph aus der Schweiz noch nie gegangen, und da er der Boss ist, bestimmt er, was sein darf und was nicht. Sein darf zwar, dass sein Verein gelegenlich einem Selbstbedienungsladen gleicht, aber man kann doch nicht einfach so mit dem Einkaufswagen durch die Gänge sausen, als gäbe es morgen keinen Joseph mehr. Den wird es immer geben.

Wie den Leinenzwang für mein Herrchen Heinz-Peter Tjaden in der Brut- und Setzzeit, die in der Schweiz allerdings nicht drei Monate, sondern zwölf Monate im Jahr dauert. Deshalb hat der Joseph immer viel Zeit, um über Regeln zu brüten, die sich irgendwann in die Köpfe der Schiedsrichter setzen. Nisten sie erst dort, wird der Leinenzwang verschärft. 

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