Freitag, 21. September 2012

Liga-Orakel (VIII)

Wenn vier Berner allein vor dem eigenen Tor stehen

Das ist mir als kluger Jagdterrier auch schon passiert: Ich liege auf der Couch, döse vor mich hin, falle plötzlich runter und krache mit meinem wunderschönen Terrierkopf gegen den Schreibtisch, weil mein Herrchen, dieser dämliche Heinz-Peter Tjaden, dieses Möbelstück ausgerechnet dort hingestellt hat, wo ich mir wehtue.

Ein ähnliches Schicksal erlitten gestern Abend die Young Boys Billard aus Bern. Vier von denen standen mutterseelenallein vor ihrem eigenen Tor, als eine Flanke von Liverpool vaterseelenallein auf sie zuflog. Dachten sich die Schweizer: Wenn kein Gegner in der Nähe ist, spielen wir eben allein. Spycher verlängerte die Flanke bis zum Kopf von Ojala, der dieses Geschenk dankend annahm und die Flanke weiterleitete, bis er als Eigentorschütze auf der Anzeigentafel namentlich aufblinkte.

Ähnlich dämlich ist derzeit der Hamburger SV. Ein Fan will deswegen mit diesem Verein nichts mehr zu tun haben und bot heute die von ihm gekauften Eintrittskarten für das Spiel gegen Dortmund in einer Kleinanzeige für 188 Euro an. Bezahlt doch keiner.  Es sei denn, heute Abend oder morgen Vormittag läuft noch jemand gegen einen Schreibtisch, ist deshalb so von Sinnen wie die Abwehr von Young Boys Billard Bern und will sich darum an der nächsten Niederlage des HSV ergötzen, die nur ein Adler verhindern kann.

Mein Terrier-Lieblings-HSV dagegen ist nicht nur gut in die Saison gestartet, sondern mit einem 2 : 2 in Enschede auch in die Europa League. Sonntag fahren die erst einmal an Sinsheim vorbei, fragen in Stuttgart nach dem Weg und kommen gerade noch rechtzeitig in Hoffenheim an, um dort die Punkte abzuholen, wie ich mir morgen und übermorgen wieder so manches Leckerli aus den Geschäften und Cafés, an denen ich mit meinem Herrchen vorbeikomme.

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