Montag, 17. September 2012

Oben-ohne-Kate

Die Titelseite von Chi.



















Und ewig grüßt Barbara Streisand

"Das britische Königshaus erstattet in Frankreich Strafanzeige gegen den Fotografen, der die Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Ehefrau Kate geschossen hat. Einen solchen Schritt der Anwälte des Paares kündigte Prinz Williams Büro an. Nach Berichten der "Bild”-Zeitung könnte dem Fotografen, der die Bilder aus einer Entfernung von etwa 800 Metern schoss, tatsächlich eine Haftstrafe drohen."

Kündigt heute die "Welt" einem Paparazzi Ungemach an. Doch erst einmal klingelt es in seiner Kasse, denn ein Blatt nach dem anderen veröffentlicht dieses Foto. Nennt man "Streisand-Effekt". Diese Schauspielerin hat 2003 vergeblich gegen einen Schnappschuss geklagt, auf dem im Internet auch ihr Anwesen zu sehen war. Nach der Klage war vor fieberhafte erfolgreiche Suche von Usern nach Streisands Villa auf diesem Foto...Der Klage-Schuss von Barbara Streisand ist also ebenso nach hinten losgegangen, wie Bettina Wulffs juristischer PR-Versuch für ihr Buch, das sie inzwischen niemandem mehr vorstellen will.

Bei mir ist das so: Ob Kate in einer Zeitung oben ohne oder gar nicht abgebildet wird, interessiert mich nicht. Mich interessiert nur, was das britische Königshaus hat erreichen wollen und was es erreicht. Sollte die Privatsphäre von Kate und William geschützt werden, ist das schon schiefgegangen. Der nächste Paparazzi wird sich noch näher herantrauen, weil er weiß, dass sich Teile der Öffentlichkeit und der Medienwelt für Dinge interessieren - und seien es nur zwei -, die eigentlich kein Foto wert sind. Aber auch keine Haftstrafe...

Auch ich habe schon einmal Ärger wegen eines Oben-ohne-Fotos bekommen. Der begann und endete mit einem Brief eines Anwaltes aus Hannover, der mir am 18. August 2010 im Namen einer Malerin eine Abmahnung schickte: "Durch einen Hinweis hat meine Mandantin Kenntnis davon erhalten, dass Sie für das von Ihnen 2007 veröffentlichte Buch mit dem Titel "Blumen im Haar - Philishave am Kinn - Polizeiknüppel im Nacken" auf dem Cover ein vor ca. 30 Jahren aufgenommenes Foto meiner Mandantin verwenden, auf dem sie nackt, nur mit einer Bikinihose bekleidet, in Großaufnahme am Strand zu sehen ist."

Der Hinweisgeber und der Anwalt hatten dieses Foto also ganz genau - und wahrscheinlich auch länger - betrachtet. Außerdem war ich an diese Frau mit der Kamera offenbar näher herangekommen als dieser Paparazzi an Kate. Das mag daran gelegen haben, dass ich meine erste Frau am Schwarzen Meer fotografiert hatte. Ich fand dieses Bild passend für das Cover meines Buches über die 68-er - und außerdem so bildschön wie meine Frau. Sie hat das anders gesehen. Weiß der Hinweisgeber, warum...Diese Frage ist mir nicht beantwortet worden - und so verlief die Sache im Sande eines der schönsten Meere in Europa.

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