Mittwoch, 7. November 2012

Emsig in Burgdorf (IV)

30. Oktober 2012
Kripo will Computer nicht länger lagern

8. März 2004: Die Untersuchung meiner beiden Computer, der CD´s und eines kleinen Notizbuches ist abgeschlossen. Die Kripo Garbsen teilt der Staatsanwaltschaft von Hannover ihre Erkenntnisse mit. Die Zusammenfassung lautet: "Es konnten keine konkreten Hinweise auf die Erstellung der Homepage des Beschuldigten erlangt werden, da die Homepage nicht mehr existent ist und somit ein Abgleich von aufgefundenen Dateien mit der Original-Homepage nicht mehr möglich ist. Darüber hinaus konnten verschiedene Hinweise auf das Bestehen von Webseiten erlangt werden, die mit dem Beschuldigten in Verbindung gebracht werden könnten. Hinweise auf ein Verbreiten von pornografischen Schriften oder sexuellem Missbrauch konnten nicht erlangt werden." Dafür ausgewertet worden sind auch alle mails, die ich verschickt habe.

Weiterhin wurden meine beiden Computer bei der Kripo in Garbsen gelagert, die der Staatsanwaltschaft von Hannover bereits mitgeteilt hatte, dass sie dafür gar keinen Platz habe. Eigentlich hätte nun das Ermittlungsverfahren eingestellt werden müssen, denn alle Vorwürfe waren in sich zusammengebrochen. Dazu merkte die Kripo von Garbsen noch an, dass meine Anwältin telefonisch über das Ergebnis informiert worden sei.

Den schriftlichen Untersuchungsbericht kannten meine damalige Anwältin aus Hannover und ich noch nicht, als der "Anzeiger für Burgdorf und Lehrte" am 7. Mai 2012 berichtete, nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Hannover sei meiner Anwältin nun Akteneinsicht angeboten worden. Außerdem behauptete "Anzeiger"-Redakteur Martin Lauber, ich sei kurz nach der Wohnungsdurchsuchung am 3. November 2003 von meinem Amt als Vorsitzender des Vereins "Hilfe für Kinder in Burgdorf" zurückgetreten. Auch das war eine freie Erfindung.

Frei erfunden war auch die Behauptung der Staatsanwaltschaft von Hannover, meiner Anwältin aus Hannover sei Akteneinsicht angeboten worden. Immer wieder stellte sie Anträge auf Akteneinsicht, der nächste folgte am 13. Mai 2004. Meine Anwältin schrieb an die Staatsanwaltschaft: "In der Presse in Burgdorf wird bereits über das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens und über angeblich gefundene Fotodateien berichtet." Das halte sie für "unverantwortlich". Erfolgreich war meine Anwältin endlich, als sie am 11. Juni 2004 erneut Akteneinsicht beantragt hatte. Ein paar Tage später hatte sie die Akte.

Bescheid bekommen hatte auch schon Georg F. Tesch, Geschäftsführer der EHG expert GmbH als Verkäufer eines meiner beiden beschlagnahmten Computer. Der wusste am 1. Juli 2004 sogar mehr als ich und schrieb deshalb an die Staatsanwaltschaft Hannover: "Durch den Zentralen Kriminaldienst in Garbsen erfuhren wir, daß Sie nach Abschluß des Verfahrens gegen Herrn Tjaden über die Herausgabe des sichergestellten PCs verfügen werden. Wir hatten seinerzeit unseren Eigentumsvorbehalt dafür angemeldet. Bitte teilen Sie uns mit, wann wir das Gerät zurückerhalten und abholen können." Auch meine Anwältin beantragte am 13. August 2004 die Freigabe der beschlagnahmten Rechner. Die Kripo von Garbsen verlor ebenfalls die Geduld. Sie schrieb am 31. August 2004 an die Staatsanwaltschaft Hannover: "...sind hier noch Asservate vorhanden. 2 PC, Disketten, div. CD-Rom, Notizbuch. Der Asservatenstelle liegt bisher keine Entscheidung über die weitere Verwahrung der Asservate vor. Die Polizei ist nur vorübergehend für die Verwahrung zuständig."

Mitte September 2004 setzte jemand im Internet einen Link "Kinderschänder Tjaden in Wilhelmshaven" (Foto 23). Meine Anwältin forderte die Staatsanwaltschaft von Hannover am 21. September 2004 auf, sofort aktiv zu werden. Auch das von mir informierte Landeskriminalamt von Niedersachsen schrieb deswegen am 23. September 2004 an die Staatsanwaltschaft. Getan wurde nichts. Die Staatsanwaltschaft von Hannover sei nicht zuständig, hieß es am 28. September 2004 in einer Verfügung.

Die Kripo von Garbsen teilte mir am 29. Oktober 2004 mit, dass ich einen meiner beiden beschlagnahmten Computer abholen könne, weil nichts Tatrelevantes drauf sei. Auch alle beschlagnahmten Disketten, CD´s und das beschlagnahmte Notizbuch bekam ich zurück. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft von Hannover vom 23. Februar 2006 tauchten diese Disketten, diese CD´s und dieses Notizbuch trotzdem als Beweismittel auf.

Mein zweiter Computer blieb weiter in der Asservatenkammer. Zurück bekam ich ihn erst Anfang November 2006 nach dem Freispruch vor dem Burgdorfer Amtsgericht und nach der Einstellung des Verfahrens vor dem Landgericht in Hildesheim. Er hatte so viele Macken, dass ich bei der Staatsanwaltschaft von Hannover protestierte.

Umgehend bekam ich einen Anruf von einem Rechtspfleger, der sich Wendt nannte. Er versprach mir eine Entschädigung. Ich müsse nur ein paar Tage still halten. Dieses Versprechen war eine Lüge. Der Computer hat am 12. November 2002 999 Euro gekostet, auf der Festplatte befand sich auch ein Textverarbeitungsprogramm, das mich fast 3 000 Euro gekostet hatte. Die versprochene Entschädigung bekam ich nicht.

Emsig in Burgdorf (III)


7. November 2012
Mail an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages
Petition 4-17-07-3001-02227

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit mail vom 31. Oktober 2012 habe ich die Staatsanwaltschaft von Hannover um Auskunft gebeten, ob dort noch ein Mitarbeiter mit dem Namen Wendt beschäftigt ist. Darauf bekam ich bislang keine Antwort.

Aus der Akte der Staatsanwaltschaft Hannover geht hervor, dass meine beiden beschlagnahmten Computer nach der Auswertung monatelang bei der Kripo in Garbsen gelagert worden sind, obwohl die Staatsanwaltschaft von Hannover darauf hingewiesen worden war, dass die Kripo für die Lagerung weder den notwendigen Platz hatte noch dafür zuständig war.

Den ersten Computer bekam ich nach einem Jahr zurück, den zweiten nach drei Jahren. Da der zweite Computer unzählige Macken aufwies, beschwerte ich mich darüber bei der Staatsanwaltschaft Hannover. Anfang November 2006 rief mich deswegen ein Mitarbeiter an, der sich Wendt nannte und angeblich Rechtspfleger war. Auch bei meiner Mutter hatte er sich telefonisch gemeldet. Er versprach mir – wie Sie wissen – eine Entschädigung. Dieses Versprechen wurde gebrochen.

Da sich viele fragen, ob es sich bei diesem angeblichen Rechtspfleger nicht tatsächlich um den Chef der Staatsanwaltschaft Hannover handelte, habe ich die Staatsanwaltschaft befragt.

Az. 3744 Js 59979/03
Kopie dieser mail an die Staatsanwaltschaft Hannover und an die Presse
http://staatsanwaltschafthannover.blogspot.com  





Kommentare:

Anonym hat gesagt…

einfach unglaublich.

Anonym hat gesagt…

ich kann bestätigen, dass du als vorsitzender des vereins nie zurückgetreten bist. auch lauber wollte dich nur schlecht machen....

Anonym hat gesagt…

wer etwas unsachgemäß lagert, muss doch für den schaden aufkommen.

Anonym hat gesagt…

unglaublich. eine klage ohne jedes beweismittel und sogar noch mit entlastung durch die kripo garbsen...

Anonym hat gesagt…

ich bin sprachlos. hatte das alles system?