Dienstag, 16. April 2013

Alkohol am Trauschein

...und Bloody Helga in Burgdorf

Der Gedanke lässt mich seit Jahren nicht los: Ein Buch schreiben über das "Burgdorfer Kreisblatt", Geschichten über Persönlichkeiten erzählen, die diese Kleinstadt bei Hannover geprägt haben. Davon gibt es viele. Da wäre erst einmal der Standesbeamte, der mit Alkohol am Trauschein bekannt geworden ist. Viele Jahre später saugte "Bloody Helga" jeden aus, der bei Blutspendeterminen des Deutschen Roten Kreuzes auch nur in ihre Nähe kam. Ins Gefängnis brachte sie dieser Blutrausch nie, er diente stets einem guten Zweck, während der Rat eines Abends während einer Sitzung im Schloss von einem Hausmeister weggesperrt wurde, doch den Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitikern gelang die Flucht über das Dach. Einen aufs Dach bekommen hatte der Rat bis dahin noch nicht. Denn über die Sitzungen berichtete ein Lokalredakteur, der sich zwar noch daran erinnern konnte, was die Ratsfrauen für Kleider und Röcke getragen hatten, der Sitzungsverlauf allerdings war ihm längst wieder entfallen.

Dann ging es in der Kleinstadt zu wie in Schillers "Glocke", denn die Kaufleute wollten ein Spiel, wussten aber nicht so recht, wo sie es hinhängen sollten. Von der Stirne heiß, rann so mancher Schweiß, als jemand das Amtsgericht vorschlug. Das lehnte der Vorsitzende der Kaufmanschaft ab, seine einleuchtende Begründung: "Wenn das Glockenspiel am Amtsgericht hängt, spielen die sicher ´Üb immer Treu und Redlichkeit.´" Deshalb entschied man sich für das Alte Rathaus. Hinter diesen Mauern waren schließlich alle treu und redlich.

Für Wunden, die trotzdem geschlagen wurden, hatte der Tiefbauamtsleiter zu jener Zeit stets ein Pflaster, deshalb bekam er den Spitznamen "Pflaster-Udo". Während man dem Bibliotheksleiter den Spitznamen "Porno Hans-Peter" gab, denn der hatte bei der Büchergilde den Roman "Barbara" bestellt, der auf keiner Seite ohne das Wort "ficken" auskam. Dieser Roman kam allerdings gar nicht in die Bücherei, weil er vorher vom städtischen Direktor abgefangen wurde.

Solche Geschichten hat diese Kleinstadt in Hülle und Fülle geschrieben. Sie würden sicherlich ein Buch über das "Burgdorfer Kreisblatt" füllen.

Mehr auf www.burgdorferkreisblatt.de

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

das wäre sicher spannend :-)

Anonym hat gesagt…

herr tjaden, schreiben sie das buch :-)