Samstag, 25. Januar 2014

Zu Besuch

Hier beginnt mein Fußballkrimi "Mord
und andere Fouls".




















Zu Hause

Der Winter hat Hannover vor mir erreicht. Zum ersten Mal seit langer Zeit sehe ich Schnee, ich biege ab in Richtung Ihme-Zentrum. Die Fassade dieses Betonklotzes sieht noch schlimmer aus als im Oktober. Mein Ziel ist Linden-Mitte, ein Stadtteil der Gegensätze. Schicke Häuser stehen neben verschandelten, jeder Laternenpfahl ist vollgeklebt mit Aufrufen gegen Rechts, für Ende Januar werde ich nach Wien eingeladen, wo die Nazis aufgemischt werden sollen. An einer Hauswand hängt ein Plakat neben dem anderen, an einer Fassade wird für das "bunte Linden" geworben. Mein Hund traut dem Schnee nicht und lässt ein paar Flocken auf seiner Zunge zergehen. Eine Frau, die ich nach dem Weg zu einer Wohnungsbaugesellschaft gefragt habe, geht mit mir zu einer Treppe. Von meinem Ziel trennen mich nur noch ein paar Stufen und wenige 100 Meter. Ich erreiche die Teichstraße. Dort wirbt ein Bestattungsinstitut für seine Dienste, unter der Leuchtreklame hängt eine Uhr.

Nach dem Schade-Gespräch mit einer auf  ZVK-Hannover-Krawall gebürsteten Mitarbeiterin der Wohnungsbaugesellschaft verlasse ich mit dem Auto Linden-Mitte wieder, am Schwarzen Bären fahre ich in Richtung Stadion und vorbei am Waterlooplatz. Die Macht der Gewohnheit führt mich auf die linke Spur, doch dann fällt mir ein, dass es die Hochbrücke am Aegi schon lange nicht mehr gibt. Aber viele Wege führen in die List. Kurz vor der Waldstraße kreisen meine Gedanken um die Parkplatzsuche. Doch direkt vor dem Haus Martens ist ein Parkplatz frei. Ich steige aus meinem Auto, bevor ich aus diesem Traum erwache. Mein Hund traut dem Schnee immer noch nicht. Er will im Auto bleiben.

In der Waldstraße gibt es die Fahrschule Seidel, die mir 1978 das Auto fahren beigebracht hat, immer noch. Kurz vor der Podbielskistraße komme ich wie vor Jahrzehnten schon an einem Restaurant vorbei, um die Ecke sind die ersten Gäste in einer Kneipe, die ebenfalls seit langer Zeit existiert. In der Eilenriede lasse ich meinen Hund von der Leine. An den Schnee hat er sich immer noch nicht gewöhnt. Wir kommen vorbei am Lister Turm und an dem Abenteuerspielplatz, auf dem mein Fußballkrimi "Mord und andere Fouls" beginnt. Am Eingang gibt es eine Pin-Wand. Dort mache ich morgen Werbung für meinen Krimi, beschließe ich. Wir laufen die Wedekindstraße hoch, in der Flüggestraße verwirren mich die Hausnummern, die kleinen Geschäfte, Treffpunkte und Kunsthandlungen faszinieren mich. Neben dem Haus, in dem eine Wohnung frei ist, gibt es einen Kiosk mit einem netten türkischen Besitzer, der meinen Hund mit Leckerlis verwöhnt.

In dem Treppenhaus der Flüggestraße 5 hätte ein zweites Haus Platz. Der Vater der Vermieterin lässt sich die Personalien der Interessenten geben: "Meine Tochter meldet sich dann bei Ihnen." Auf dem Rückweg zum Hotel schlendere ich über die Lister Meile. Ich bin zu Besuch zu Hause.

Nachts fällt noch mehr Schnee. In der Eilenriede begegnen uns Kinder, die in den Lister Turm wollen. Im Saal ist wohl wieder etwas los. An die Pin-Wand vor dem Abenteuerspielplatz hefte ich einen Zettel mit Werbung für meinen Krimi. Jemand bietet auf einem anderen Zettel Nachhilfeunterricht an, geworben wird auch für einen Flohmarkt, der am ersten Februar-Wochenende stattfindet. Und wer Yoga mag...

Burgdorf: Hier findet viel Neues statt

Kommentare:

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

ein lied, das wunderbar dazu passt, ist "rückspiegel" von maxim.

Anonym hat gesagt…

die wohnung in der flüggestraße 5 steht wieder in der np. das verstehe ich nicht. du wärest doch ein guter mieter...dreht da jemand am rad, der in der wedekindstraße, also um die ecke, wohnt?