Freitag, 6. Juni 2014

Jugendämter und Gutachter

Ändern ihre Taktik

Heute dürfte einigen Leserinnen und Lesern die "Neue Presse" aus der Hand gefallen sein, während sie auf Seite 14 den Artikel mit der Schlagzeile "Anna (15) wieder zu Hause - Verfassungsgericht hebt Urteil auf und vereint die Familie" gelesen haben. Dazu gab es mehrfachen Anlass: Ein Anwalt wirft einer Gutachterin vor, die Unwahrheit über Anna geschrieben zu haben, im Gutachten wird die enge Beziehung zwischen Mutter und Kind negativ bewertet.

Wissen muss man: Wenn Gutachter und Familiengerichte über Kindeswohl entscheiden, haben sie alle paar Jahre neue Maßstäbe. Derzeit werden immer häufiger enge Beziehungen als Vorwurf genutzt. So hat jüngst eine Jugendamtsmitarbeiterin aus Wilhelmshaven in einem Gespräch mit der Lokalzeitung Geschwisterliebe als ungesund bezeichnet, diese ungesunde Struktur müsse aufgebrochen werden. So könnte man im Zweifelsfalle fast jeder Familie die Kinder wegnehmen. Dass in Gutachten Unwahrheiten stehen, ist nicht ungewöhnlich. Das gilt für alle Gutachten, die ich kenne. Ein Richter aus Mönchengladbach hat vor Jahren darauf hingewiesen, dass 99 Prozent der Gutachten, die er gelesen und geprüft habe, völlig wertlos gewesen seien. Das ist auch jüngsten Studien zufolge nicht besser geworden. Die meisten Jugendämter jedoch sind weiterhin Gutachtern absolut hörig. Die meisten Familiengerichte auch.

Auch das hat durchaus Jugendamts-Methode: Anna wird am 21. Oktober 2013 von ihrem Lehrer vor die Tür gebeten, drei Jugendamtsmitarbeiter bringen sie nach Gifhorn in ein Heim. Sie darf sich weder von ihren Großeltern noch von ihrer Mutter verabschieden. Die Mutter erfährt erst später, wo sich ihre Tochter befindet. Besuche und Telefonate werden überwacht. In Österreich wird diese Praxis inzwischen als Menschen verachtend eingestuft. Heime müssen sich dort deswegen einer Überprüfung unterziehen.

Dass sich die Gutachterin eine Stunde lang in einem "Möwenpick"-Restaurant mit der 15-Jährigen unterhält und ihr anschließend eine nicht vorhandene "Essstörung" attestiert, ist noch relativ harmlos. Andere Gutachter haben auch schon Väter, die sie überhaupt nicht kannten, des sexuellen Missbrauchs bezichtigt.

Acht Monate ist Anna in dem Heim gewesen, nun hob das Bundesverfassungsgericht das Urteil des Oberlandesgerichtes auf, mit dem der Mutter das Sorgerecht für die 15-Jährige entzogen wurde. Aber: Es gibt noch ein Urteil des Familiengerichtes. Das entzog der Mutter die gesundheitliche Sorge für ihr Kind. Der Rechtsstreit ist also noch nicht beendet.

Was Anna und ihrer Mutter passiert ist, kann man nicht mehr wuppen? Das Wilhelmshavener Jugendamt kann. Eine Mitarbeiterin ist am 17. Juni 2013 mit zwei Polizeibeamten losgezogen, die sich bei diesem Einsatz falsche Namen gaben. Was nun bestritten wird. Das Opfer soll zum Täter werden. Auch das ist oft Jugendamts-Methode. Was ebenfalls von vielen, die sich um solche Skandale kümmern sollten, bestritten wird. Wundert sich da noch jemand, wenn ich berichte, dass unzählige Jugendamter aus Niedersachsen jahrelang auf einen Titel-Schwindler hereingefallen sind - und nun abgetaucht sind?

Zwei Polizeibeamte aus Wilhelmshaven geben sich falsche Namen Hier klicken

Analyse eines Gutachtens Hier klicken

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