Montag, 17. November 2014

Onshore

Wirtschaftsminister für "weiteren deutlichen Ausbau"

Hannover. Für einen weiteren deutlichen Ausbau der Windenergiegewinnung an Land (Onshore) hat sich heute Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies ausgesprochen. „Die Onshore-Windenergie hat weiter deutliche Ausbauperspektiven. Und klar ist auch, dass Onshore bei der Energiewende eine außerordentlich wichtige Rolle spielt und außerdem ein Jobmotor gerade in Niedersachsen ist", sagte Lies anlässlich der Präsentation einer Studie der DIW ECON zur „Ökonomischen Bedeutung der Windenergiebranche" in Hannover.

Als „beeindruckend" bezeichnete Lies die in der Studie zusammengetragenen Daten und Fakten zur Onshore-Branche. Demnach löste die Branche in Niedersachsen/Bremen im Jahr 2012 einen Bruttowertschöpfungseffekt von rund 3,4 Millionen Euro aus. Dabei belaufen sich die investiven Effekte auf rund 2,2 Milliarden Euro, weitere 1,2 Milliarden Euro kamen durch den Betrieb der vorhandenen Anlagen hinzu. Rund 22.000 Beschäftigungsverhältnisse hängen in den beiden Bundesländern direkt oder indirekt an der Onshore-Industrie. Besonders wichtig ist die Branche für das nordwestliche Niedersachsen mit dem bundesweiten Marktführer Enercon (5000 Beschäftigte) und dem Unternehmen GE Wind (1000 Beschäftigte). Die Verfasser der Studie haben die Länder Niedersachsen und Bremen gemeinsam untersucht. Die DIW ECON geht davon aus, dass 90 Prozent der Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte auf Niedersachsen entfallen. Demnach liegt die Bruttowertschöpfung allein für Niedersachsen bei 3 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten bei etwa 20.000. Mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze auf dem Feld der Erneuerbaren Energien entfallen in Niedersachsen auf die Onshore-Windenergie - und, um einen Vergleich zu ziehen: Onshore hat in seiner wirtschaftlichen Bedeutung für Niedersachsen zur Erdöl- und Erdgasindustrie aufgeschlossen.

Lies weiter: „Niedersachsen ist und bleibt das Windenergieland Nummer 1. Hier wird nicht nur am meisten Windenergie produziert, hier arbeiten auch die meisten Menschen in der Branche im Vergleich mit den anderen Bundesländern. Allein von 2012 bis 2013 ist die Zahl der Beschäftigten noch einmal um 16 Prozent angewachsen. Deutlich verringert hat sich dagegen zuletzt der Neubau von Anlagen in Niedersachsen, was mich etwas mit Sorge erfüllt. Deshalb sage ich mit Blick auf den Windenergieerlass, der zurzeit im Umweltministerium erarbeitet wird, ausdrücklich auch aus wirtschaftspolitischer Sicht: Wir sind gemeinsam auf dem richtigen Weg, wir brauchen mehr Fläche, und wir müssen auch das so genannte Repowering vorantreiben, also kleinere Anlagen durch leistungsstärkere ersetzen. Die Nachfrage auch im eigenen Bundesland wird dabei helfen, den Technologievorsprung in Niedersachsen zu erhalten und auszubauen, was wiederum positive Effekte auf den Export haben wird."

Minister Lies bezeichnete es als aktuelle Aufgabe für die Landespolitik, die zurzeit vorhandenen Probleme bei der zivilen Luftsicherung zu lösen. „Wir brauchen einen runden Tisch in Berlin, damit wir da weiter kommen", erklärte Lies. Zentrales Anliegen müsse es aber sein, in der Bevölkerung weiter für Akzeptanz zu werben. „Wir haben uns aus guten Gründen entschieden, aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen, und es ist gleichzeitig eine Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß zu verringern. Die Nutzung der Windenergie leistet dazu einen wichtigen Beitrag - und gleichzeitig profitiert unsere Wirtschaft."

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