Samstag, 21. Februar 2015

Man mag es nicht glauben?

Ein HAZ-Redakteur verliert die Fassung

Wer zu spät schreibt, bekommt in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) den Leitartikel. Deswegen steht Michael B. Berger heute vor einem "Abgrund an Landesverrat" - allerdings noch mit Fragezeichen. Frank Lüttig, Generalstaatsanwalt in Celle, soll in Sachen Christian Wulff sieben Mal und in Sachen Sebastian Edathy ein Mal fiese Sachen gemacht haben, die Berger bis gestern noch gänzlich unbekannt gewesen sein sollen. Das kann er nun wirklich jedem erzählen - nur nicht uns.

Wenn in Medien aus Ermittlungsakten geplaudert wird, dann wissen nicht nur diese Medien, wer die Plaudertaschen sind. Gewisse Informationen haben nämlich einen Marktwert, wer am meisten bietet, bekommt den Zuschlag. Den Handel mit Indiskretem darf man durchaus als flott bezeichnen. Erst wird die "Bild"-Zeitung gefragt. Winkt die ab und die Geheimnisse weiter, beginnt die Feilscherei. Der Informationsverkäufer bleibt im Hintergrund, er schickt andere vor. "Hätten Sie möglicherweise Interesse, wenn ich behaupten würde, dass...?", ist das als Frage getarnte Lasso für potenzielle Käufer.

Dass die Staatsanwaltschaft von Göttingen ermittelt, wissen wir schon seit Wochen. Wer der erste Verdächtige ist, haben wir von der niedersächsischen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz gestern erfahren. Es soll noch einen zweiten Verdächtigen geben. Dessen Namen verschweigt die Ministerin und bringt so den ehemaligen niedersächsischen Justizminister Bernd Busemann in Verdacht. Warum sie das tut, ist ebenso rätselhaft wie ihr unvermitteltes Vorpreschen.

Michael B. Berger schreibt in seinem Leitartikel immer wieder, dass er das Gehörte nicht glauben mag. Von Skandalen der Staatsanwaltschaft Hannover müsste er aber schon gehört haben. Er soll bloß nicht so tun, als ob nicht...Dass nun der Generalstaatsanwalt aus Celle verdächtigt wird, gibt der Skandal-Brühe nur eine eigene Würze. Der zweite Verdächtige dürfte zur Staatsanwaltschaft in Hannover gehören. Mit Christian Wulff haben sich im Haus der Staatsanwälte alle beschäftigt - vielleicht sogar die Putzfrauen.

Der HAZ-Leitartikler stellt auch die Frage nach der Dummheit. Kann Frank Lüttig so dumm gewesen sein, möchte Michael B. Berger gern wissen. Möglich ist alles, weiß ich aus Erfahrung. Ich bin im November 2006 von einem Herrn Wendt angerufen worden, der angeblich Rechtspfleger bei der Staatsanwaltschaft Hannover war. Er versprach mir nach einem verschleppten Ermittlungsverfahren eine Entschädigung, die ich nicht bekam. Sechs Jahre später versicherte mir ein Staatsanwalt aus Hannover, es gebe in seiner Behörde keinen Rechtspfleger, der Wendt heißt, so heiße nur der Chef. Also hatte mich der Chef persönlich belogen, schloss ich daraus. Kann aber ein Wendt so dumm sein wie Lüttig auf keinen Fall?

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1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

ihre broschüre, herr tjaden, verschweigt die haz doch auch, weil eine beilage dieser zeitung in den skandal verwickelt ist. man mag es kaum glauben, würde berger schreiben müssen, wenn er das schreiben dürfte...