Donnerstag, 7. Mai 2015

Runder Tisch Energiewende

Bis 2050 nur noch Erneuerbare Energien

Hannover. In der heutigen Auftaktsitzung des Runden Tisches Energiewende in Hannover hat die Niedersächsische Landesregierung ihre Zielsetzung erläutert, die Energieversorgung des Landes bis zum Jahr 2050 komplett auf Erneuerbare Energien umzustellen. „Unser Land leistet Pionierarbeit beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Es wird auch für andere eine bedeutende Signalwirkung haben, wenn wir die Wende zur vollständigen Versorgung aus regenerativen Quellen beschließen", sagte Umweltminister Stefan Wenzel. Nur so könnten auch die Klimaschutzziele des Landes erreicht werden, sagte der Minister.

Ministerpräsident Stephan Weil betonte in seinem Grußwort, dass das Energiesystem zukunftstauglich gemacht werden müsse. Energiepolitik sei keine Denkmalpflege, sondern eine andauernde Modernisierungsaufgabe, sagte der Regierungschef. Niedersachsen sei bereits Spitze in der Windkraft: In keinem anderen Land würden mehr Gigawattstunden mit Wind erzeugt, in keinem anderen Land gebe es mehr installierte Leistung. „Wir wollen das Energieland Nr. 1 in Deutschland werden. Dazu müssen wir insbesondere unsere Spitzenstellung bei den Erneuerbaren konsequent ausbauen", sagte der Ministerpräsident.

Mit dem Runden Tisch könne die schrittweise und bezahlbare Umstellung auf die Erneuerbaren Energien im Dialog mit den wichtigen gesellschaftlichen Akteuren gestaltet werden, sagten Weil und Wenzel. Für das Industrie- und Automobilland Niedersachsen werde so die industrielle Basis nachhaltig entwickelt und gesichert, betonte Weil.

Der Runde Tisch war von der Landesregierung per Kabinettsbeschluss im Mai 2014 ins Leben gerufen worden. Ihm gehören rund 50 Persönlichkeiten aus der niedersächsischen Wirtschaft und Energiewirtschaft, aus Wissenschaft, Gewerkschaften, Kirchen, Kammern, öffentlichen Einrichtungen sowie Umwelt- und Fachverbänden an. Der Runde Tisch soll ein Leitbild für den Umbau der Energieversorgung Niedersachsens bis ins Jahr 2050 erstellen, sowie die Arbeiten am Klimaschutzgesetz des Landes begleiten und Beiträge zu einem Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramm leisten.

Wichtigste Grundlage für die Arbeit des Runden Tisches ist ein wissenschaftliches Gutachten, das von einem Konsortium, zu dem das efzn, die Ostfalia und die Leibniz-Universität gehören, unter Leitung des Clausthaler Umwelttechnik-Institutes CUTEC erstellt wird. Der Geschäftsführer des Institutes, Professor Dr. Martin Faulstich, der auch Vorsitzender des Sachverständigenrates der Bundesregierung für Umweltfragen ist, präsentierte auf der heutigen Sitzung erste Ergebnisse. Die Kernaussage: Eine vollständige Versorgung Niedersachsens aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 ist möglich. Das anspruchsvolle Ziel könne erreicht werden, wenn Energie wesentlich effizienter genutzt werde als heute. Der dann verbleibende Energiebedarf könne vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Dabei werde die Photovoltaik den größten Deckungsbeitrag liefern. Faulstich: „Damit begeben wir uns auf den Weg in die Stromgesellschaft. Sie ist geprägt von einem Versorgungssystem, in dem Strom der dominierende Energieträger ist. Das gilt für sämtliche Bereiche, beispielsweise auch die Erzeugung von Wärme und Kraftstoffen. Niedersachsen kann im Jahr 2050 ohne Atomenergie und auch ohne fossile Brennstoffe auskommen, wenn wir das wollen."

Die nächste Sitzung des Runden Tisches findet am 7. September 2015 in Hannover statt.

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