Donnerstag, 10. September 2015

"Niedersachsen ist nicht Sachsen"

Der dumme Satz des niedersächsischen Ministerpräsidenten

Der NDR behauptet, der niedersächsische Ministerpräsident habe heute im niedersächsischen Landtag eine "emotionale Rede" gehalten. Wann dieser Sender auch noch behauptet, Stephan Weil sei ein brillanter Redner, möchte ich gar nicht wissen. 

Wissen möchte ich allerdings, was sich der niedersächsische Ministerpräsident bei dem Satz "Niedersachsen ist nicht Sachsen" gedacht hat. Möglicherweise nichts. Bestreiten kann das eigentlich auch niemand. Wenn es dieses Aber nicht gäbe. Denn: Aber es ging um das Flüchtlingsthema.

Deswegen ist der Satz "Niedersachsen ist nicht Sachsen" dumm. Wer an brennende Asylbewerberheime den Rechenschieber anlegen und aus dem Ergebnis schließen will, dass die Sachsen gegenüber Flüchtlingen mehr Vorurteile haben als die Niedersachsen, der baut die nächste Mauer, von der er mit unerträglicher Arroganz auf andere herabschaut. 

Wo auch immer ein Asylbewerberheim brennt, es ist eins zu viel. Wo auch immer Flüchtlinge auf Hass und Ablehnung stoßen, es ist schlimm. Wo auch immer das Wort "Fremdenfeindlichkeit" benutzt wird, es ist ein Zeichen dafür, dass an der Erkenntnis, wie sehr wir alle auf diesem Planeten aufeinander angewiesen sind, noch gearbeitet werden muss. Wo auch immer diese Arbeit gemacht wird, sie wird nicht von Menschen getan, die einander fremd sind.

Lesetipp: Die Menschen in der DDR sind nicht auf die Straße gegangen, um gut 25 Jahre später als "Schmuddelkinder" bezeichnet zu werden.







  

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