Mittwoch, 14. Oktober 2015

Elektro-Autos

Wirtschaftsminister fordert Kaufanreize für Privatleute

Hannover. Als „längst überfällig" hat heute Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies den Vorschlag von Bundesumweltministerin Barbara Hendrik bezeichnet, staatliche Kaufzuschüsse für Elektroautos zu zahlen. Wichtig sei jetzt aber, dass der Bund nicht nur Ankündigungen mache, sondern konsequent sei.

Wörtlich sagte Lies: „Wir fordern schon seit langem Kaufanreize für Privatleute beim Kauf von E-Autos und Plugin-Hybrides. Im Sommer haben wir eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht. Der Vorstoß der Bundesregierung ist längst überfällig. Erfahrungen aus anderen Ländern wie Norwegen haben gezeigt, dass die Begeisterung in der Bevölkerung für Elektroautos in den Ländern groß ist, in denen es auch für Privatleute eine staatliche Förderung gibt. Unsere Forderung ist deshalb eine Prämie von 5.000 Euro für den Kauf eines reinen E-Autos und eine Prämie von 2.500 Euro beim Kauf eines Plugin-Hybrides, dies befristet auf drei Jahre."

Lies forderte die Bundesregierung auf, die geplante Sonderabschreibung für gewerbliche Fahrzeuge und die Absicht, mehr Geld für Landesäulen zur Verfügung zu stellen, um eine Umweltprämie für Privatleute zu ergänzen. Lies: „Ich hätte mir von der Bundesregierung bei diesem Thema deutlich eher mehr Engagement erwünscht. Denn: Wir müssen uns in Deutschland bei diesem Thema mehr anstrengen, wenn wir die weltweite Spitzenposition im Automobilbau sichern wollen."

Allerdings erteilte Lies den jetzt immer wieder öffentlich geforderten strengeren Vorschriften für Diesel-Motoren eine Abfuhr. „Wir dürfen uns hier nichts vormachen. Trotz aller Anstrengungen bei der Elektromobilität brauchen wir zur CO2-Reduzierung moderne Dieselmotoren. Der Dieselmotor ist vergleichsweise klimafreundlich. Eventuelle Defizite im Bereich der Stickoxid-Emission lassen sich beheben. Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt bestimmte Technologien nicht verteufeln. Dies wäre fatal für den Auto­mobilstandort Deutschland." Die Industrie forderte Lies auf, technologische Entwicklungen weiter zu verfeinern.

Vor diesem Hintergrund begrüßte Lies den von VW angekündigten Baukasten für die Elektrifizierung. Lies sagte: „Weitere Richtungsentscheidungen der von VW vorgestellten neuen Zukunftsstrategie sind, das Effizienzprogramm zu beschleunigen und die Diesel-Strategie neu auszurichten. Für Europa und Nordamerika wurde der vollständige Umstieg bei Diesel-Aggregaten auf eine fortschrittlichere und teurere Technologie zur Abgasreinigung „zum frühestmöglichen Zeitpunkt" beschlossen. Nur noch die umwelttechnisch besten Abgassysteme sollen in den Diesel-Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Zur Entwicklung der Elektrofahrzeuge wird ein „Elektrizifizierungsbaukasten" für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zusammengestellt. Dieses standardisierte System soll für alle Aufbauformen und Fahrzeugtypen ausgelegt sein. VW hat damit die Weichen gestellt, damit der Konzern auch in schwierigen Zeiten konzentriert an der Zukunft arbeiten kann."

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