Donnerstag, 14. Januar 2016

Anspruch und Wirklichkeit

Der Step gGmbH in Hannover

17. November 2015. Ein Ex-Klient geht zur Lokalzeitung in Lüneburg, er will über seine Erfahrungen in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch berichten, die wie die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg seit 2012 zur Step gGmbH Hannover gehört. Der Chefredakteur will nicht berichten, mit dem ehemaligen Leiter der Einrichtung, Ruthard Stachowske, lege er sich nicht an, sagt er laut Ex-Klient. Stachowske ist Anfang Juli 2011 fristlos entlassen worden.

"Während all der Jahre sind jedoch  wichtige Größen unverändert geblieben: den Menschen mit Achtung und Würde zu begegnen, fürsorglich zu sein und dabei das Selbstbestimmungsrecht zu achten, die Unterstützung zur Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben, gehört zu den wichtigsten Werten der STEP."

Steht auf den Internet-Seiten der Step gGmbH Hannover. Hier klicken Geschäftsführer ist Serdar Saris, der am 1. September 2009 als Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Regionsversammlung Hannover zurückgetreten ist, um sich der neuen Step-Aufgabe zu widmen. Hier klicken 

2012 gibt er vor dem Arbeitsgericht in Lüneburg gegen Stachowske auf, die fristlose Kündigung, ausgesprochen von seiner Vorgängerin Gisela van der Heijden, jetzt Bayerisches Rotes Kreuz Erding, hat auf wackeligen Beinen gestanden, weil das Thema "Therapiemethoden" vor Gericht nicht angeschnitten werden sollte. Unzähligen Berichten Betroffener zufolge sind Mütter von Stachowske und von seinem Team gedemütigt und mit Kindesentzug bedroht worden, wenn sie auch nur ein Widerwort wagten. Eine Ex-Klientin: "Mich hat er als menschlichen Sondermüll bezeichnet, der entsorgt werden muss." Die von der Step gGmbH Hannover propagierte Achtung und die Würde sind also auf der Strecke geblieben. Dazu schweigt Serdar Saris bis heute.

"Haben Sie Herrn Stachowske nach der Rücknahme der Kündigung Jobangebote gemacht?", fragt ein Richter am Lüneburger Arbeitsgericht im Februar 2015 Serdar Saris. Seine Anwältin aus Hannover antwortet: "Aber sicher. Mehrere. Die hat er alle abgelehnt." Vor Gericht sieht man sich in jenen Februar-Tagen erneut, weil Stachowske auf Schadenersatz wegen der fristlosen Kündigung im Juli 2011 geklagt hat. Serdar Saris sagt während der Verhandlung kein einziges Wort. Der Richter gibt Stachowske zu verstehen, dass er schlechte Karten habe. Seine Forderungen seien verjährt. Das gelte auch für den Vorwurf von Stachowske, er sei gemobbt worden. Die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch gibt es seit März 2014 nicht mehr.

Die Vorgängerin von Serdar Saris, Gisela van der Heijden, hat vor vier Jahren versprochen, dass sie die Geschichte der Einrichtung aufarbeiten und öffentlich machen werde. Im Sommer 2012 gab sie auf und ging. Sie berichtete über Psychoterror, anonyme Briefe und Drohungen.

In meinem blog http://familiensteller.blogspot.de und in zwei Broschüren habe ich viele Erfahrungsberichte veröffentlicht, kürzlich drohte mir ein anonymer Kommentator, jetzt bekam ich einen Erpresserbrief. Hier klicken

Serdar Saris informiere ich darüber nicht mehr. Der hat sich schon vorher aufs Schweigen verlegt. Als ich ihn per Einschreiben mit Rückschein auch darauf hinweisen wollte, dass im Internet anonyme Veröffentlichungen kursieren, die sogar für Kinder, die in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch gewesen sind, eine Gefahr darstellen, bekam ich mein Einschreiben ungelesen wieder zurück...Hier klicken

Serdar Saris in der "Neuen Presse" Hannover

30. November 2015. Die "Neue Presse" (NP) Hannover hat heute auf einer ganzen Seite die Serie "Sucht-Gefahr" gestartet - und zwar mit einem Interview, das der NP-Redakteur Sebastian Scherer mit Serdar Saris geführt hat. Veröffentlicht wird dazu diese "Visitenkarte": "geboren 29. August 1959 in Istanbul. Familie: zwei Söhne. Ausbildung: Zur Schule ging Saris in Oldenburg. In Hannover erlangte er diverse Abschlüsse und darf sich nun Diplom-Sozialwirt, Diplom-Sozialpädagoge und Sozialwissenschaftler (M. A.) nennen. Angefangen hat Saris bei Step 1996 im Therapiezentrum Short Step. Später leitete er die Drogenberatungsstelle (Drobs), seit April 2010 ist er Geschäftsführer des Suchthilfeträgers Step. Von 2012 bis 2014 war Saris auch Chef der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg. In den 80ern arbeitete er unter anderem auch als Taxifahrer und Hilfsgärtner."

Merke: Serdar Saris ist 2012 nicht nur Geschäftsführer der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg geworden, Step bekam die Einrichtungen auch noch geschenkt. Übrig blieben die Fachklinik Südergellersen und die Adaption Lüneburg. Verschwiegen worden sind in dieser "Visitenkarte" die politischen Stationen des 56-Jährigen. Die Skandale der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg werden mit keinem Wort erwähnt. Hier klicken  Was für ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen, um die ich mich seit Mitte 2009 gekümmert habe...

3. Dezember 2015. Darauf ein Perversico

7. Dezember 2015. Die Würde des Menschen ist für uns kaum noch ertastbar

19. Dezember 2015. Wieder ein Brief. Ich werde Papa!

6. Januar 2016 Wie lange schweigen sie noch? Brief 5 und 6

14. Januar 2016 In Schriftstücken und in anonymen blogs Hier klicken 




     

1 Kommentar:

Wilmers Peter hat gesagt…

Ich habe der "Neuen Presse" einen Leserbrief zum Serdar Saris-Interview geschickt. Nicht zu lang, aber gewürzt. Wird mein Leserbrief auch veröffentlicht - oder fragt der Redakteur Scherer nach?