Mittwoch, 4. November 2015

Internettes Neuland

Wird von Kfz-Fachbereich nicht betreten?

Ronnenberg (tj). Die Handlung wird aus dem Budapest der 1930-er Jahre ins New York der 1990-er Jahre verlegt, die Frau und der Mann schreiben sich keine Briefe mehr, sondern E-Mails - so ist aus "Rendezvous nach Ladenschluss" die romantische Liebeskomödie "E-mail für dich" geworden. Doch bei der Region Hannover wäre aus den beiden wahrscheinlich gar nichts geworden. Tom Hanks und Meg Ryan hätten schon beim Hochfahren ihrer Computer Probleme bekommen. 

Fürchtet ein Autofahrer, der sich vor zwei Wochen über Post vom Fachbereich Kfz-Zulassungsangelegenheiten der Region Hannover gewundert hat. Seine Autoversicherung habe der Behörde mitgeteilt, dass der Versicherungsschutz für sein Fahrzeug am 1. September 2015 erloschen sei, erfuhr er aus diesem Schreiben. Gedroht wurde ihm mit Stilllegung seines Autos und mit einer Gebühr bis zu 286 Euro, wenn er dem Fachbereich Kfz-Zulassungsangelegenheiten nicht bis zum 29. Oktober 2015 eine Versicherungsbestätigung vorlege. 

Darauf reagierte der Autofahrer sofort - per E-Mail an TeamKfz@region-hannover.de. Er teilte der Behörde mit, dass er seine alte Versicherung im Mai 2015 gekündigt und eine neue abgeschlossen habe. Die Mitteilung, der Versicherungsschutz sei am 1. September 2015 erloschen, stamme von der alten Versicherung. 

"Diese Mail hat niemand gelesen", schließt der Autofahrer aus einem zweiten Schreiben des Fachbereichs Kfz-Zulassungsangelegenheiten, das am 30. Oktober 2015 verfasst worden ist. Darin hieß es: "Sie haben mein Schreiben nicht beachtet." Deswegen müsse der Autofahrer eine Gebühr von 50 Euro bezahlen, die "innerhalb einer Woche" fällig sei, bis zum 9. November 2015 müsse er bei der Behörde die Nummernschilder seines Autos und den Fahrzeugschein abliefern. Die Betreff-Zeile des Schreibens lautet "Zwangsweise Außerbetriebsetzung Ihres nichtversicherten Fahrzeuges - Sofortige Vollziehung".

"Die Behörde plant das Unmögliche", meint der Autofahrer, "denn mein Auto ist versichert." Außerdem frage er sich, warum dieser Fachbereich der Region Hannover in seinen Schreiben eine Mail-Adresse angebe, wenn elektronische Post gar nicht gelesen werde...

Inzwischen hat der Autofahrer den Postweg für die Klärung der Angelegenheit gewählt. "Schriftliches auf Papier in einem Briefumschlag mit Marke drauf wird hoffentlich beachtet", hat er den Mut noch nicht ganz verloren. 



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