Montag, 18. Januar 2016

Mindestlohn

Niedersachsen auf der Gewinnerseite

Hannover. Niedersachsen gehört zu den Gewinnern des Mindestlohns. Das zeige eine am Freitag vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichte Studie, sagt Ministerpräsident Stephan Weil. Das Institut gehört zur Bundesagentur für Arbeit. Der Mindestlohn ist vor einem Jahr eingeführt worden. Die Bedenken, so Weil, seien groß gewesen. Die in Niedersachsen relativ große Zahl der Minijobs, die in sozialversicherungspflichtige Jobs umgewandelt worden sei, bedeute: "Mehr gute Arbeit für die Menschen in unserem Bundesland." 

In den vergangenen Monaten gab es - so der Ministerpräsident - in Niedersachsen die geringste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist kontinuier­lich gewachsen, die Erwerbstätigkeit befindet sich auf Rekordniveau, sogar im Dezember 2015 ist die Arbeitskräftenachfrage in Niedersachsen weiter gestiegen. 

„Die Einführung des Mindestlohns hat dem Arbeitsmarkt keineswegs geschadet. Im Gegenteil - auch in den klas­si­schen Mindestlohnbranchen wie Gastgewerbe, Einzelhandel und Taxigewerbe nimmt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu", sagte Weil. Gleichzeitig gehe die Zahl der sogenannten Aufstocker, also der erwerbstätigen Arbeitslo­sengeld II-Bezieher, zu­rück.

Das Konsumklima werde durch den Mindestlohn stabilisiert und entwickele sich ebenfalls po­sitiv. Der gesetzliche Mindestlohn leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Niedriglohnsektors. Weil: „Auch wenn bisher noch keine eindeutigen Studien dazu vorliegen, spricht schon jetzt vieles dafür, dass der Mindestlohn positive wirtschaftliche Effekte hat und in den Portemonnaies von Geringverdienern ankommt."

* Titel der IAB-Studie: „Arbeitsmarktspiegel: Entwicklungen nach Einführung des Min­destlohns", www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k160113302

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