Donnerstag, 14. April 2016

Rote Liste

Keine Zunahme der gefährdeten Vogelarten

Hannover. Licht und Schatten in der neuen Rote Liste der Brutvögel in Niedersachsen und Bremen der Staatlichen Vogelschutzwarte des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz): Ein Vergleich mit der Ausgabe aus dem Jahre 2007 zeigt, dass nach wie vor mehr als die Hälfte der heimischen Vogelarten in der Roten Liste oder der so genannten Vorwarnliste aufgeführt sind und nur rund 44 Prozent der Arten als ungefährdet gelten können.

Umweltminister Stefan Wenzel sagt dazu: „Die Rote Liste muss einmal mehr als Warnung verstanden werden. Die menschliche Einflussnahme auf die Natur und der prognostizierte Klimawandel schaden der Biodiversität. Der Erhalt der natürlichen Vielfalt auch und gerade in der Vogelwelt gehört ohne Zweifel zu den zentralen Herausforderungen für den Naturschutz."

„Auch wenn die Anzahl der gefährdeten Arten nicht zugenommen hat, so haben sich doch einige Verschiebungen innerhalb des Artenspektrums ergeben", so Dr. Markus Nipkow, Leiter der Vogelschutzwarte. So konnten Uhu und Grünspecht aus der Roten Liste gestrichen werden und auch für den Weißstorch, den Wanderfalken und den Eisvogel ist die Entwicklung positiv.

Deutlich verschlechtert hat sich dagegen die Situation der Wiesenvögel sowie anderer Arten der Agrarlandschaft: „Die Bekassine, die feuchtes Grünland oder intakte Moore braucht, ist in den vergangenen 25 Jahren in ihrem Bestand um rund 80 Prozent zurückgegangen", warnt NLWKN-Experte Thorsten Krüger, der die Studie federführend erstellte. Ähnlich schlecht sei es um das Rebhuhn bestellt und auch ehemals häufige Arten wie Feldlerche, Kiebitz, Bluthänfling und sogar der Star verzeichnen deutliche Rückgänge. „Auch die neu in die Vorwarnliste aufgenommene Goldammer sowie der Stieglitz zeigen deutlich, dass wir ein Umdenken in der Bewirtschaftung von Feldern und Wiesen brauchen, wenn wir die Artenvielfalt in der Niedersächsischen Kulturlandschaft erhalten wollen", sagt Nipkow.


Die Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvögel stützt sich auf Bestandszahlen, die von vielen Hundert ehrenamtlich tätigen Beobachtern erhoben werden. Aus den Zahlen werden regelmäßig Bestandstrends für die vorangegangenen 25 Jahre ermittelt. Sie liefern die Grundlage für die Einstufung der Vogelarten in verschiedene Gefährdungskategorien.

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