Freitag, 28. Oktober 2016

Abgeschrieben

Doppelt promoviert besser?

Hannover. Die Beklagte verlieh dem Kläger im Jahre 1998 aufgrund einer Dissertation aus dem internationalen Privatrecht einen Doktortitel. Bereits im Jahre 2001 wandte sich ein Juraprofessor einer anderen Universität, der zu einem ähnlichen Thema promoviert hatte, an den damaligen Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Beklagten mit der Behauptung, die Arbeit des Klägers decke sich in vielen Bereichen mit seiner zuvor gefertigten Arbeit. 

Diese Vorwürfe führten zu einer Überprüfung durch die Ethikkommission der Beklagten, die die Vorwürfe im Wesentlichen für berechtigt hielt. Der damalige Dekan der juristischen Fakultät schlug vor, dass ein Professor der Leibniz-Universität Hannover eine Rezension der Dissertation des Klägers schreibe und die Angelegenheit damit erledigt sei.

Im Hinblick auf Plagiatsvorwürfe der Internetplattform "VroniPlag Wiki" im Jahr 2012 erfolgte eine erneute Überprüfung der Dissertation. Die damit beauftragte Kommission stellte wissenschaftliches Fehlverhalten in Form einer vorsätzlichen Urheberrechtsverletzung im Sinne eines Plagiats fest. Daraufhin beschloss der Fakultätsrat der juristischen Fakultät im Juli 2013, dem Kläger den Doktorgrad zu entziehen.

Der Kläger hält die Entscheidung für rechtswidrig. Ihm seien zwar Zitierfehler unterlaufen, er habe aber keine Täuschung begangen. Außerdem sei die Beklagte gehindert, ihm den Doktortitel zu entziehen, da sie bereits im Jahre 2002 von den Fehlern Kenntnis erlangt habe.

Die Sitzung findet in Saal 3 statt. Verwaltungsgericht Hannover, 3. November, 11 Uhr.

Aktenzeichen: 6 A 6114/13

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