Mittwoch, 15. Februar 2017

Milliarden versenkt

Der verstorbene ehemalige
Ministerpräsident Ernst Albrecht.
Foto: Heinz-Peter Tjaden 
Der Umweltminister und Gorleben: "Willkür und Vetternwirtschaft"

Hannover/Gorleben. "Die Aktion des damaligen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht war wohl der teuerste Fingerzeig in der Geschichte der Bundesrepublik." Sagt der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel in einem Rückblick auf den "vor 40 Jahren unternommenen Versuch, den Standort Gorleben zum nuklearen Entsorgungszentrum zu erklären". Der Minister spricht von einer "Provokation gegen die Demokratie" und von "Willkür und Vetternwirtschaft". Wenzel: "Sowohl unter Sicherheitsgesichtspunkten als auch finanziell und politisch wurde seinerzeit eine katastrophale Fehlentscheidung getroffen."

Im Wendland seien mehr als 1,6 Milliarden Euro "versenkt" worden. Hinzurechnen müsse man die Kosten für 13 Castortransporte mit bis zu 30 000 Polizisten. "Mit zahlreichen Verhaftungen, Demonstrationsverboten und flächendeckenden Sperrungen herrschte im Landkreis der Ausnahmezustand", so der Minister.

Ausdrücklich würdigt Stefan Wenzel den "entschlossenen, friedlichen und kreativen Widerstand rund um Gorleben", mit dem weitere Castortransporte ins Wendland unmöglich gemacht worden seien: "Der alte Rahmenbetriebsplan ist vom Tisch. Wenn die Arbeitsergebnisse der Berliner Atommüllkommission auf wissenschaftlicher Basis umgesetzt werden, dann kann das Kapitel Gorleben endgültig geschlossen werden."

Keine Kommentare: