Mittwoch, 31. Oktober 2018

Sexistische Werbung

Auch diese Werbung soll
sexistisch gewesen sein. 
Mir reicht es auch!

Region Hannover. Da mache ich doch sofort mit. Sobald ich diese Zeilen geschrieben habe, melde ich mich als Unterstützer bei "Hannover gegen Sexismus" und befinde mich in guter Gesellschaft, denn auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil ist dabei, wenn es um die Behauptung geht, dass "Sexismus in der Werbung Sexismus in der Gesellschaft" befördert und "einen Nährboden für sexualisierte Gewalt" bildet (Petra Klecina, Geschäftsführerin des Frauennotrufs Hannover bei der Vorstellung der Aktion "Uns reicht´s"). 

Die Initiative ergriffen haben die Gleichstellungsbeauftragten der Region Hannover, die Fachberatungsstellen bei Gewalt, Krisen und Notlagen und die Frauenhäuser. Als Beispiele für sexistische Werbung nennen sie die Lego-Kampagne "So kompliziert wie eine Frau. Aber mit Bedienungsanleitung" für einen Kranwagen, der nach Herstellerangaben auch noch "gut bestückt" sein soll. Da jedoch die Frauenbeauftragten und die anderen Mitanprangerinnen beweisen, dass Frauen gar nicht immer kompliziert sind, sondern es sich auch sehr einfach machen können, kann diese Werbung allenfalls als missglückt angesehen werden. Wie die "Uns reicht´s"-Frauen den Bogen zu häuslicher Gewalt und Missbrauch schlagen wollen, bleibt eher schleierhaft.

Auch bei anderen Formulierungen haben die Initiatorinnen nicht immer aufgepasst: "Brüste oder Bizeps als plumper Augenfang und nacktes Beiwerk: Wenn Frauen auf ihren Körper reduziert und Männer mit stereotypen Rollenklischees gleichgesetzt werden, spricht man von Sexismus in der Werbung." Wer also bisher gedacht hat, dass die Frau in die Küche gehört und der Mann hinaus in die feindliche Welt, sei ein Klischee, muss nun erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass die Täuschung perfekt gewesen sein muss. Endlich erkannt werden sollte also statt dessen, dass Brüste ein Beiwerk und Bizeps ein plumper Augenfang sind?

Die Initiative will möglichst schnell 1000 Unterschriften sammeln. Dann sollte aber wirklich Schluss sein mit einfachen Schlussfolgerungen. 


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