Sonntag, 27. Januar 2019

Jetzt wird 96 doll

Thomas und Ralf. 
Wenn die Hörgeräte nicht mehr funktionieren

Martin Kind trifft sich mit Dietmar Beiersdorfer. Den hat man beim Hamburger SV nach einem Sieg gegen Augsburg entlassen. Seinen Spitznamen "Dukaten-Didi" behielt er. Diese Dukaten bekommt gut zwei Jahre später André Breitenreiter, der heute bei Hannover 96 entlassen worden ist. Mit einem Sieg gegen Augsburg ist also nicht zu rechnen. 

Das Treffen von Martin Kind und Dietmar Beiersdorfer ist zwei Wochen her. Nun kommt Thomas Doll daher. Der soll bis zu seiner Entlassung am 30. Spieltag vier Punkte holen. Denn mit dem Hamburger SV hat er in der Spielzeit 2006/2007 bis zu seiner Entlassung in 19 Spielen immerhin 15 Punkte geholt. Vier mehr als Hannover 96. 

Dafür ist Thomas Doll seit 2016 in Ungarn "Trainer des Jahres". Was dafür spricht, dass er vom deutschen Fußball eine Menge versteht. Am 21. August 2018 ist er in Budapest entlassen worden, weil seine Mannschaft Tabellenführer war. Bis er mit Hannover 96 Tabellenführer wird, wird Martin Kind nicht warten wollen.

Die Mannschaft der "Roten" hätte ihren Trainer gern behalten. Doch die Hörgeräte von Martin Kind funktionieren seit einigen Tagen nicht mehr.

Im Netz macht man sich über diesen Trainerwechsel schon lustig. Das verstehe ich nicht...Denn Thomas Doll bringt Ralf Zumdick mit. Der hat Doll nach einer Pressekonferenz vor Jahren gefragt: "Was wolltest du eigentlich sagen?"

Heinz-Peter Tjaden   

Donnerstag, 24. Januar 2019

Grüß Väterchen Franz

Egon Kuhn 2012 bei einer
Mai-Kundgebung.
Foto: Linden entdecken
Egon Kuhn: Auch Totgesagte sterben

Kennengelernt habe ich Egon Kuhn als Schüler und Jungsozialist in Wilhelmshaven. Wir setzten uns damals für ein Freizeitheim im Stadtnorden ein, er hielt einen Vortrag über die Bedeutung der Jugendzentrums-Bewegung und äußerte sich nach der Veranstaltung verwundert über die dummen Fragen eines Herrn. Wir klärten ihn auf. Denn dieser Herr war Stadtjugendpfleger. Deshalb wünschte uns Egon Kuhn besonders viel Glück bei unserem Vorhaben, das uns auch wirklich gelang. Besagter Stadtjugendpfleger wurde später SPD-Landtagsabgeordneter. 

Das verriet ich Egon nicht, als ich 1975 nach Hannover zog und ihn im Freizeitheim Linden besuchte. Wenn er von seinem Freizeitheim sprach, geriet er ins Schwärmen. Egon Kuhn war ein Revolutionär mit sozialdemokratischem Anspruch. Bei ihm trat Franz Josef Degenhardt ("Väterchen Franz") auf, der aus der SPD ausgeschlossen worden war, weil er in Schleswig-Holstein zur Wahl der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) aufgerufen hatte. 

Dann starb Egon Kuhn. Mit der "Neuen Presse" in der Hand, die den Tod von Egon Kuhn gemeldet hatte, rief ich im Freizeitheim Linden an. Am Apparat: Egon Kuhn, der mich beruhigte. Sein Kommentar: "Denk dran, Totgesagte leben länger."

Genauer gesagt: 92 Jahre und ein Tag. In der Nacht zum Mittwoch ist Egon Kuhn gestorben. Friedlich. Melden viele Zeitungen. Deshalb muss ich leider dieses Mal an seinen Tod glauben.

Heinz-Peter Tjaden  

Sonntag, 20. Januar 2019

96 voll im Plan

Kino oder Konzerte?
Foto: Heinz-Peter Tjaden
Jetzt beginnen die Saisonvorbereitungen

Bei Hannover 96 haben die Saisonvorbereitungen begonnen. Dafür müssen weder weitere Spieler noch Punkte geholt werden. Martin Kind rechnete mit elf Punkten. Die haben die "Roten".

Was also haben Mannschaft, Trainer und Vorstand noch zu tun, bis die Zweite Liga beginnt? 

Erstens: Die Fans müssen bei Laune gehalten werden. Deshalb sollen während der restlichen acht Heimspiele spannende Filme gezeigt werden. Denkbar sind auch Konzerte in der für 96 jeweils gegnerischen Hälfte.

Zweitens: Der Gegner soll weiterhin nicht belästigt werden. Er soll sich in der HDI-Arena heimisch fühlen. Dazu 96-Boss Martin Kind: "Werder Bremen haben wir irrtümlicherweise noch mit einem Konter belästigt. Das darf nie wieder vorkommen. Ich gebe allen zukünftigen Gastmannschaften mein Ehrenwort, dass dies ein einmaliger Irrtum bleibt."

Drittens: Zappelt ein Ball im 96-Netz, wird er sogleich für einen gemeinnützigen Zweck versteigert.

Viertens: Spieler, die bis zum Zweitliga-Start Urlaub machen möchten, haben für Ersatz aus dem Familien- und Bekanntenkreis zu sorgen. Kind verspricht: "Die Trikots stellen wir. Schuhe können gegen ein geringes Entgelt ausgeliehen werden. Für die Dusche kommt Dirk Roßmann mit Artikeln aus seinem Sortiment auf."

Auswärts lässt sich Hannover 96 übrigens von anderen Vereinen vertreten. Dem Vernehmen nach haben schon einige Clubs aus der Landesliga Interesse angemeldet. Das findet Martin Kind erfreulich: "Die haben ein ähnliches Niveau wie wir."  

Freitag, 11. Januar 2019

Polizei in der Weimarer Republik

1932: Die Polizei auf dem
Welfenplatz in
Alarmbereitschaft. 
Anekdoten und Zeitzeugnisse gesucht

Hannover. "Wir möchten alle Bürgerinnen und Bürger zu einer ganz besonderen Zeitreise einladen, die die widersprüchliche Geschichte der Polizei in der Weimarer Republik zeigt", sagt Polizeipräsident Volker Kluwe. "In der jungen Demokratie entstand die Idee einer bürgernahen, republikanischen Polizei - mit Grundwerten, wie wir sie heute noch leben. Deshalb interessiert uns besonders, wie der Wandel der Polizei in der Region Hannover erfahren wurde und hoffen, dass uns Artefakte, Anekdoten oder ähnliche Zeitzeugnisse erreichen."

Gesammelt werden sie für eine Wanderausstellung, die vom 25. Februar bis 31. März auf dem Gelände der Polizeidirektion in der Waterloostraße gezeigt wird. Schirmherr ist Innenminister Boris Pistorius. Das Konzept stammt von Dr. Dirk Götting vom Polizeimuseum Niedersachsen. Das Motto lautet "Freunde-Helfer-Straßenkämpfer. Die Polizei in der Weimarer Republik".

Zur Ausstellung gehören Führungen und Vorträge. 

Dienstag, 1. Januar 2019

Gute Vorsätze?

Werden schnell schlecht

Ich halte nichts von guten Vorsätzen für das neue Jahr. Die werden mir zu schnell schlecht - oder man vergisst sie innerhalb weniger Tage. Was nicht ganz so schlecht ist. Warum aber soll man sich etwas vornehmen, was rückblickend betrachtet vergessen oder schlecht wird?

Okay, mein Geschichtslehrer hat häufiger gesagt, dass er sich an Dinge erinnert, die er vergessen hat. Aber der war in der SPD. Wahrscheinlich hat der Niedergang der SPD mit ihm begonnen.

Ich freue mich auf 2019. Große Unterschiede zu gestern kann ich nicht feststellen. Das neue Jahr fängt also gut an.