Sonntag, 24. November 2019

Im Grabe umgedreht

NPD-Demo beginnt auf Dietrich-Kittner-Platz

Da hat sich dieser Kabarettist wahrscheinlich mehrfach im Grabe umgedreht. Die NPD-Demonstration gegen kritische Journalisten begann am Samstag, 14 Uhr, ausgerechnet auf dem Dietrich-Kittner-Platz. Kittner schrieb Redakteuren zwar so manches ins Stammbuch, er störte sich an sprachlichen Schnitzern und an nach seiner Meinung verdrehten Tatsachen, aber ein Gegner der Pressefreiheit war er nie. Sonst hätte ihm auch der Stoff für so manche kabarettistische Einlage gefehlt. Kittner beherrschte die deutsche Sprache eben besser als viele Journalistinnen und Journalisten.
Sogar von der Arbeit des Verfassungsschutzes verstand er etwas. Als ich ihn 1984 in seiner Wohnung, die sich über seinem Theater befand, interviewte, störte uns seine Frau Christel nur kurz. "Ich kann vom Theater aus nicht telefonieren", sagte sie.  "Das haben wir gleich", sagte er und rief den Verfassungsschutz an. "Ihr habt vergessen, das Band zu wechseln", teilte er dem Verfassungschützer mit. "Deswegen ist die Theaterleitung tot." Für diesen Hinweis erntete Kittner ein braves verfassungsgemäßes Dankeschön. 
Vor dem NDR-Funkhaus legten die nach Polizeiangaben 120 NPD-Demonstranten eine Pause ein, um verbalen Radau zu machen, derweil protestierten rund 7 000 gegen den NPD-Aufmarsch. Dazu aufgerufen hatten die Grüne Jugend und ver.di. Fazit der Polizei: "Die Versammlungen verliefen überwiegend ohne größere Zwischenfälle."

Donnerstag, 14. November 2019

Neuer 96-Trainer

Pressemitteilung von Hannover 96

Die Entscheidung ist gefallen: Kenan Kocak wird neuer Cheftrainer von Hannover 96. Am Donnerstag einigten sich die Verantwortlichen des Klubs mit dem 38 Jahre alten Fußballlehrer auf einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison.


Kenan Kocak übernimmt das Cheftrainer-Amt bei Hannover 96.
96-Sportdirektor Jan Schlaudraff: "Wir haben mit Kenan Kocak einen ambitionierten Trainer für uns gewinnen können, der trotz seiner jungen Jahre schon sehr viel Erfahrung im Job hat und die 2. Liga bereits gut kennt. Ihm ist es in seiner bisherigen Karriere immer gelungen, seinen Mannschaften Stabilität und Sicherheit zu verleihen."

96-Geschäftsführer Martin Kind: "Die Trainerposition ist eine der wichtigsten Personalien in einem Klub. Wir haben das Thema gründlich und gewissenhaft bearbeitet und intensive Gespräche geführt. Die Seriosität von Gesprächen und Entscheidungen benötigt Zeit – das bedeutet Professionalität. Nun sind wir zu einer Entscheidung gekommen, mit der alle zufrieden sind. Kenan Kocak hat bei den Gesprächen im Sommer schon einen guten Eindruck hinterlassen."

96-Cheftrainer Kenan Kocak: "In erster Linie geht es darum, Stabilität ins Spiel unserer Mannschaft reinzubekommen. Hannover 96 ist ein Traditionsklub. Hier das Traineramt übernehmen zu dürfen, ist eine extrem spannende Aufgabe."

Start der Trainer-Laufbahn in Mannheim
Kenan Kocak führte den VfR Mannheim im Alter von nur 29 Jahren als Chefcoach zum Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Zur Saison 2013/14 übernahm Kocak den Traditionsklub SV Waldhof Mannheim, für den er bereits in der Jugend und bei den Profis gespielt hatte und wo er 2007 seine aktive Karriere nach einem zweiten Kreuzbandriss beenden musste.

Von 2016 bis 2018 beim SV Sandhausen
In der Saison 2015/16 wurde Kocak mit dem SV Waldhof Meister der Regionalliga Südwest und absolvierte seine Ausbildung zum Fußballlehrer in Hennef. Im Juni 2016 holte Zweitligist SV Sandhausen Kocak als Nachfolger für Alois Schwartz. In der Saison 2016/17 führte er Sandhausen auf den 10. Platz in der 2. Liga – die bisher beste Saisonplatzierung des Klubs aus dem 15.000-Einwohner-Städtchen. Eine Saison später wurde er mit dem SVS Tabellenelfter, am 8. Oktober 2018 endete dort seine Tätigkeit.

Kenan Kocak ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Dienstag, 12. November 2019

Rotensonntag

Wenn das Herz der 96-Fans zerschmilzt
Gottesdienst für Hannover 96

Die evangelischen Kirchengemeinden der niedersächsischen Landeshauptstadt geben eine Planänderung bekannt. Der am 24. November geplante Totensonntag fällt aus, dafür wird in der Marktkirche ab 9 Uhr der Rotensonntag gefeiert. 

Die Traueransprache hält die ehemalige Landesbischöfin Margot Käßmann. Angelehnt an Josua 7 "Da zerschmolz des Herz des Volkes und wurde wie Wasser" erinnert sie an den bisherigen Saisonverlauf.

Die Innenverteidiger wollen Buße tun. Sie werden bekennen, dass sie sich zu oft an den Martin Luther zugeschriebenen Satz "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" gehalten haben. 

Anschließend legt Martin Kind Kränze für die in den vergangenen zehn Jahren entlassenen Trainer nieder. Die Kranzniederlegung soll nicht länger als eine Stunde dauern. Dazu Martin Kind: "Ich werde mich also beeilen müssen."

Am Rotensonntag soll auch der neue Trainer vorgestellt werden. Ihm gewidmet wird ein Satz aus 2 Korinther 8, 12 "Denn wenn der gute Wille da ist, so ist jeder willkommen nach dem, was er hat, nicht nach dem, was er nicht hat."  

  





Lustiges Mathe-Bilderbuch

Aus den "Lübecker Nachrichten"
Mit linker Mousetaste vergrößern.
Bis Ende April auf Platz 1?
27. April 2017. Die kleine Sarah aus Lübeck (Zeichnungen) und ich (Text) haben ein lustiges Mathe-Bilderbuch für Kinder veröffentlicht, über das ich schon mehrfach berichtet habe. Kürzlich lud ich zu einem Facebook-Event für „Wenn Zahlen Streit bekommen“ ein und fragte, ob dieses Bilderbuch bis Ende April 2017 den Sprung auf Platz 1 im Kindle-Shop schaffen kann. Das ist nicht mehr unmöglich. Heute kletterte unser Bilderbuch auf Platz 9!
Die internette Zeitung für den Altkreis Burgdorf http://www.burgdorferkreisblatt.de

Mutter begeistert

3. Mai 2017. Platz 1 hat das Bilderbuch (noch nicht) geschafft. Aber eine Mutter findet es "so was von süß". Hier klicken 

Anderer Unterricht

2. Juli 2017. "Für die Herausforderungen unserer Zeit bräuchten wir einen komplett anderen Unterricht." Sagt eine Grundschullehrerin aus Berlin heute in der "Bild am Sonntag". Das stimmt. Für den Mathematikunterricht beispielsweise bräuchte man unser Bilderbuch "Wenn Zahlen Streit bekommen", das sich weiter im Kindle-Shop auf den oberen Rängen hält.

In den Top 100

8. Mai 2018. Seit einigen Wochen hält sich das Mathe-Bilderbuch unter den Top 100 in der e-book-Kategorie "Mathematik".

Wieder auf dem Weg nach oben

12. November 2019. Der Bestell-Fahrstuhl nach oben für das Mathe-Bilderbuch ist seit einer Woche nicht mehr besetzt. Die Zahlen fahren wieder hoch. 

Sonntag, 10. November 2019

OB-Wahl in Hannover

Das Neue Rathaus. Foto: Tjaden
Spannender Zweikampf

27. Oktober 2019. In der niedersächsischen Landeshauptstadt sind heute 401 847 Wählerinnen und Wähler an die Wahlurnen gerufen worden. Zehn Kandidatinnen und Kandidaten bewarben sich um die Stimmen. Eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale sieht es nach einer Überraschung aus. In Front liegt der CDU-Kandidat Eckhard Scholz, Platz 2 belegt Belit Onay von den Grünen.

18.45 Uhr. Scholz und Onay liegen fast gleichauf. Beide Kandidaten kommen auf gut 30 Prozent.

19.00 Uhr. Belit Onay geht mit 32,4 Prozent in Führung, Scholz 32,0 Prozent.

19.50 Uhr. Knapper geht es nicht mehr. Belit Onay hat 60 045 Stimmen (32,3 Prozent) bekommen, Eckhard Scholz 59835 Stimmen (32,2 Prozent). Der SPD-Kandidat Marc Hansmann flog mit 43692 Stimmen (23,5 Prozent) aus dem Rennen. Die Stichwahl findet am 10. November statt.

Grüner hat 49 Stimmen Vorsprung

20 Uhr. Nun sind alle Stimmen gezählt. Belit Onay und Eckhard Scholz kommen auf 32,2 Prozent der Stimmen. Die beiden trennen 49 Stimmen! Die Wahlbeteiligung hat bei 46,5 Prozent gelegen.

Belit Onay in Führung

10. November 2019 18.40 Uhr. Belit Onay führt mit 72 595 Stimmen (52,8 Prozent), Eckhard Scholz kommt auf 64 953 Stimmen (47,2 Prozent). Über Dreiviertel der Stimmen sind ausgezählt.

10. November 2019-19.00 Uhr. In Linden-Limmer holt Belit Onay 80,2 Prozent der Stimmen.

Belit Onay neuer OB

10. November 2019-19.40 Uhr Die Stimmen sind ausgezählt, der neue Oberbürgermeister von Hannover heißt Belit Onay. Er bekam 92146 Stimmen (52,9 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 43,5 Prozent.

Der neue Oberbürgermeister mit seiner Frau im Neuen Rathaus.


Freitag, 1. November 2019

Einstweilige Verfügung

AfD will mit nach Israel

9. Oktober 2019. Seit 40 Jahren gibt es eine Partnerschaft zwischen dem Landkreis Unter Galiläa in Israel und der Region Hannover. Die nächste Reise ist für den 14. November geplant. Mitfahren sollen drei CDU-Abgeordnete, drei SPD-Abgeordnete, ein Abgeordneter der Grünen und ein Abgeordneter der FDP. Gegen diesen Beschluss der Regionsversammlung hat die AfD eine einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht beantragt. Darüber hat der Vorsitzende der Regionsversammlung, Walter Richter, die Fraktionen und die Öffentlichkeit informiert. 


"Die Regionsversammlung hat das Für und Wider einer Teilnahme von Mitgliedern der AfD-Fraktion an dem Partnerschaftsbesuch in Unter Galiläa sorgfältig abgewogen und alle Argumente ausgetauscht", sagt Walter Richter und erinnert an die "ausführliche Debatte in der Versammlung am 24. September". "Das Abstimmungsergebnis war mit 64 Ja-Stimmen für die Beschluss-Drucksache 2475 (IV), acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen sehr klar.“

"Die Mehrheit der Regionsversammlung hat argumentiert, dass die Frage der Zusammensetzung der Delegation für die Israel-Reise mehr als eine Formalie ist. Aus Sicht der Mehrheit geht es schlicht und einfach darum, dass wir die gewachsene Partnerschaft und den völkerverständigenden Austausch mit Unter Galiläa nicht gefährden. Unsere Partnerschaft, die im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, wollen wir weiter im gegenseitigen Vertrauen gestalten. Die Argumentation der Mehrheit in der Versammlung war, dass wir unsere Gastgeber nicht vor den Kopf stoßen, Vertrauen nicht verspielen wollen und den für beide Seiten wichtigen Austausch und gegenseitigen Respekt erhalten und weiter ausbauen wollen. Diese Meinung teile ich", fügt Richter hinzu und verweist darauf, dass Vertreter der AfD "auch in den Gremien der Regionsversammlung die Gräueltaten des dritten Reichs verharmlosten".

AfD-Eilantrag abgelehnt

1. November 2019. "Ich bin froh, dass die Reise wie geplant stattfinden kann und wir diese entsprechend partnerschaftlich und in gegenseitigem Verständnis durchführen können." So kommentiert Regionspräsident Hauke Jagau die Ablehnung eines Eilantrages der AfD. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Regionsversammlung nicht dazu verpflichtet werden könne, die AfD mit nach Israel zu nehmen.