Mittwoch, 21. August 2019

SPD-Vorsitz

Den mag Bodo Krüger
überhaupt nicht. 
Eine Frage der Würde

"Kann man die Würde eines Amtes allein durch eine Kandidatur beschädigen?" Fragt heute Bodo Krüger, Chefredakteur der "Neuen Presse", in einem Kommentar auf Seite 1. Seine Antwort lautet: "Leider ja. Und die SPD liefert beinahe täglich den Beweis dafür. Das eigentlich gut gemeinte Bewerbungsverfahren für den Parteivorsitz ist mittlerweile zu einem würdelosen ´Wer-will-noch-mal-wer-hat-noch nicht` verkommen."

Einmal abgesehen davon, dass man auch in diesem Bewerbungsverfahren nicht zweimal kandidieren kann, muss man sich fragen: "Kann man die Würde eines Amtes als Chefredakteur allein durch einen Kommentar beschädigen?" Bodo Krüger kann.

Zuerst sollte uns dieser Chefredakteur verraten, wie viele Kandidatinnen und Kandidaten er denn gern gehabt hätte. Dann müsste uns Bodo Krüger auch noch erklären, warum er zum Schluss schreibt, dass Stephan Weil als niedersächsischer Ministerpräsident und Lars Klingbeil als SPD-Generalsekretär  ihre Würde nur noch wahren können, wenn sie mit Boris Pistorius (niedersächsischer Innenminister) und Viola Petra Köpping (sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration) "nicht die beste Lösung für die SPD" unterstützen. Gilt das auch für die SPD aus Thüringen, die dieses Duo ebenfalls unterstützt?

Für besonders würdelos hält Bodo Krüger wohl die Kandidatur des bayerischen Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner (Foto). Was, bitte schön, Herr Chefredakteur, haben Sie denn gegen diesen 66-Jährigen, der zwölf Jahre lang Bürgermeister der Stadt Illertissen gewesen ist? Seinen Doktortitel, den er in Bratislava erworben hat, darf er zwar nur in Bayern und Berlin führen, aber dort gilt er immerhin als echt. Das kann man nun doch wirklich nicht mehr über alle Politikerinnen und Politiker sagen.

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